Was in Ihnen passiert, wenn Sie
Liebeskummer haben:

Eine Partnerschaft wird oft eingegangen mit dem Wunsch und der Vorstellung nach immerwährender Liebe, immerwährendem Verständnis und Glücklichsein. Wenn eine Beziehung dennoch endet, fühlen Sie sich im ersten Moment absolut hilflos; Gefühle von Ohnmacht, „nicht Wahrhaben wollen“, Angst, absoluter Verzweiflung, Wut und Hass breiten sich in Ihnen aus. Die ersten Tage, Wochen und Monate nach einer Trennung stellen eine starke Belastungsprobe für Körper und Seele dar.

Für einige Menschen ist die Verzweiflung so gross, dass sogar Gedanken an Selbstmord aufkommen. Andere reagieren „blind vor Eifersucht“ und fühlen sich von Rachegedanken geplagt oder reagieren mit körperlichen Beschwerden.


Wie lange dauert die schmerzhafte Phase des Liebeskummers?


Einige Menschen erholen sich - abhängig vom Einfluss der unten genannten Faktoren - nach Wochen oder Monaten von ihrem Liebeskummer. Andere verharren für Jahre in der Trauer um eine verlorene Partnerschaft oder sind gefangen in einer unglücklichen Partnerschaft, aus der sie sich nicht lösen können.


Wir möchten Sie in den einzelnen Phasen des Liebeskummers unterstützen, um diesen möglichst rasch zu überwinden.


Um Liebeskummer zu überwinden, müssen mehrere Phasen durchlaufen werden.  Wie heftig Ihr Liebeskummer aufhält und wie lange Sie in den einzelnen Phasen verharren, hängt von vielen Faktoren ab:

  1. bisherige Erfahrungen mit Verlusten

  2. dem Gefühl, ohne die Partnerin / den Partner nicht leben zu können

  3. Dauer und Art der Liebesbeziehung

  4. Selbstvertrauen

  5. Fähigkeit, mit Konflikten umzugehen

  6. sozialen Netz

  7. anderen Quellen aus denen Zufriedenheit geschöpft werden kann

  8. berufliche- / finanzielle- / und Wohnsituation

  9. Regelung von Betreuung und Sorgerecht für Kinder

  10. Alter


Phasen des Liebeskummers

1. Phase: Nicht-Wahrhaben-Wollen / Verleugnen

In dieser Phase glauben Sie möglicherweise an einen bösen Traum und leben in der Hoffnung, aus diesem nur wieder aufwachen zu müssen, damit alles wieder gut wird. Sie kämpfen um eine zweite Chance und versuchen, den Partner umzustimmen. Kommt es dennoch zum Abbruch der Beziehung tritt die zweite Phase ein.

2. Phase: Aufbrechen der Gefühle

Die Hoffnung, dass Sie und Ihre Partnerin / Ihr Partner wieder zusammen finden, schwindet. Sie fühlen Verzweiflung bis hin zu Depressionen. Gedanken, dass Sie ohne Ihre Partnerin / Ihren Partner nicht weiterleben können / wollen brechen über Sie herein. Ihre Gedanken kreisen um Ihre verlorene Partnerschaft, um Dinge, die „nie mehr“ sein werden. Selbstzweifel treten auf, die Frage nach dem „warum?“ lässt Sie mitunter keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sie plagen sich vielleicht mit Vorwürfen, was Sie alles hätten anders / „besser“  machen sollen während der Partnerschaft. Sie fühlen sich vermutlich kraftlos und voller Angst, das Leben alleine nicht bewältigen zu können.

Körperliche Beschwerden:

Verschiedensten körperlichen Beschwerden wie Schlafstörungen, Unruhe, Kopfschmerzen,  Magenschmerzen, Herzrasen, zu viel oder zu wenig Appetit und Konzentrationsstörungen können in dieser Phase auftreten. In dieser Phase wird oft der Konsum von Nikotin / Zigaretten, Alkohol, Tabletten und anderen Substanzen gesteigert.

Gegen Ende der zweiten Phase des Liebeskummers ist oft das Gefühl von Wut und auch Rachegedanken vorherrschend. Sie fühlen sich betrogen weil Sie viel für die Partnerschaft getan haben. Sie fühlen sich unfair behandelt.

3. Phase: Neuorientierung

In dieser Phase verspüren Sie noch den Liebeskummer, können sich aber manchmal schon eine Zukunft ohne die Partnerin / den Partner vorstellen. Das ständige fühlen von Verzweiflung und Wut ist durchbrochen, Sie beginnen Bilanz zu ziehen und können die Stärken und Schwächen der ehemaligen Partnerschaft besser erkennen.

4. Phase: Neues Gleichgewicht

Traurigkeit und Wut verspüren Sie in dieser Phase nur noch selten, die heftigen „Gefühlsstürme“, die Sie zu Beginn Ihres Liebeskummers verspürt haben, sind vorbei, Sie entwickeln neue Pläne für die Zukunft.